Ratgeber

Off-Plan Dubai vor Fertigstellung verkaufen: NOC, Zeitpunkt und was wirklich erlaubt ist

Dubais Interim-Register macht informelle Vorverkäufe nichtig, das NOC des Developers ist gesetzlich vorgeschrieben, und die geleistete Anzahlung entscheidet über den Zeitpunkt - was DACH-Investoren wissen müssen, bevor sie einen Kaufvertrag vor Schlüsselübergabe übertragen.

Dubai Marina Skyline
Dr. Stefan Berger·02.06.2026·18 Min. Lesezeit

Nehmen wir einen typischen Fall: Ein Unternehmer aus Frankfurt erwirbt 2023 eine Off-Plan-Einheit in Business Bay für 1,5 Mio. AED. Zwei Jahre später bieten ihm Bekannte eine sofortige Ablösung für 1,9 Mio. AED an - handschriftlicher Vertrag, schnell, ohne Makler. Klingt praktisch. Ist aber nach dem Recht der Emirate schlicht nichtig. Nicht anfechtbar, nicht heilbar, nichtig. Das Interim-Register des Dubai Land Department kennt nur eine Eigentumsübertragung: die registrierte. Alles andere zählt nicht. Was hier auf dem Spiel steht und wie ein rechtssicherer Off-Plan-Wiederverkauf tatsächlich funktioniert - das ist der Gegenstand dieses Beitrags. Steuerlicher Fokus: Deutschland nach §23 EStG. Für Österreich und die Schweiz folgen gesonderte Länderkästen sowie ein separater Beitrag. Dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung; Detailfragen gehören in den Einzelfall.

Die Rechtslage: Was Gesetz Nr. 13/2008 bedeutet.

Der Off-Plan-Wiederverkauf in Dubai ist kein rechtliches Niemandsland. Er ist detailliert geregelt - und diese Regulierung schützt Käufer, nicht nur Entwickler. Das Fundament ist Gesetz Nr. 13 von 2008, das durch die Gesetze Nr. 9/2009, Dekret Nr. 6/2010 und zuletzt Gesetz Nr. 19/2020 fortgeschrieben wurde. Es regelt das sogenannte Interim Real Property Register (Oqood), das digitale Vorregistrierungssystem des Dubai Land Department (DLD) für alle Off-Plan-Immobilien.

Der Kerngedanke ist konsequent: Jede Verfügung über eine Off-Plan-Einheit, die nicht im Interim-Register eingetragen ist, ist absolut nichtig. Nicht relativ nichtig - also heilbar oder anfechtbar -, sondern absolut nichtig. Kein privatschriftlicher Kaufvertrag, keine notarielle Urkunde deutschen Rechts, keine Banküberweisung als Besitzübergang schafft in Dubai gültiges Eigentumsrecht an einer nicht registrierten Off-Plan-Einheit. Für DACH-Investoren ist das eine wichtige Abgrenzung: In deutschen, österreichischen oder schweizerischen Märkten können vorvertragliche Vereinbarungen oder Notarverträge bereits weitgehende Rechtswirkung entfalten. In Dubai ist das Oqood-Zertifikat die einzige Grundlage.

Das Gesetz Nr. 19/2020 hat zudem die Position von Käufern bei Entwickler-Insolvenz gestärkt: Die Escrow-Pflicht nach Gesetz Nr. 8/2007 schreibt vor, dass alle Käuferzahlungen in projektspezifische Treuhandkonten fließen, die vom DLD und RERA-zugelassenen Treuhänderbanken überwacht werden. Gläubiger des Developers können auf diese Konten nicht zugreifen - auch im Insolvenzfall.

Das NOC: Pflicht, Gebühr und was Developer verlangen dürfen.

Wer eine Off-Plan-Einheit vor Fertigstellung weiterverkaufen möchte, braucht zwingend ein No Objection Certificate des Developers. Ohne dieses Dokument verarbeitet der DLD keine Transaktion. Das ist keine Formalie, sondern ein gesetzlich verankertes Kontrollrecht. Das NOC bestätigt drei Dinge: dass keine ausstehenden Zahlungen gegenüber dem Developer vorliegen, dass keine Servicegebührenrückstände bestehen und dass der neue Käufer die KYC-Anforderungen des Developers erfüllt.

Was der Developer für das NOC verlangen darf, ist gesetzlich begrenzt: Er darf ausschließlich DLD-genehmigte Verwaltungskosten erheben. Die verfügbaren Angaben zu konkreten Gebühren stammen ausschließlich aus Maklerpublikationen, die als kommerziell interessierte Quellen zu lesen sind - offizielle Tariflisten der Developer werden nicht publiziert. Die genannten Bandbreiten bewegen sich zwischen AED 500 und AED 5.250 und variieren je nach Developer, Projekt, Bearbeitungsgeschwindigkeit und Verhandlungsstand. Verlässlich ist nur eine Zahl: die, die das zuständige Transferteam Ihres Developers Ihnen schriftlich bestätigt - diese Bestätigung sollte vor dem Verkaufsprozess eingeholt werden.

Ein weiterer Punkt, der häufig unterschätzt wird: Das NOC hat eine begrenzte Gültigkeitsdauer von typischerweise 30 Tagen ab Ausstellung. Kommt die Transaktion in diesem Zeitfenster nicht zustande - weil sich Käufer und Verkäufer noch nicht auf alle Konditionen geeinigt haben oder weil die Bankfinanzierung des Käufers Verzögerungen aufweist -, ist eine Verlängerung nötig, die weitere Gebühren verursacht. Die Koordination des Zeitplans zwischen NOC-Ausstellung, Unterzeichnung des Memorandum of Understanding und DLD-Transfer ist daher eine der kritischen Stellschrauben des Prozesses.

Welche Schwelle Ihr Developer konkret setzt und welche Gebühren er im Einzelfall verlangt - das prüfen wir gemeinsam mit Ihnen, bevor Sie den NOC-Antrag stellen. imos berät Sie im Erstkontakt ohne Vorabverpflichtung und klärt Developer-Konditionen direkt.

Die 30-bis-50-Prozent-Hürde: Warum Anzahlungsstand und Lock-in-Periode zuerst geprüft werden müssen.

Dass ein Investor 20% des Kaufpreises geleistet hat und das Projekt gut läuft, bedeutet nicht, dass er morgen verkaufen kann. Developer stellen in der Regel erst dann ein NOC aus, wenn ein Mindestprozentsatz des Gesamtkaufpreises tatsächlich bezahlt wurde. Die Branchenpraxis liegt laut mehreren Maklerpublikationen - Quellen mit eigenem Vermarktungsinteresse - bei 30 bis 40 Prozent des vertraglich vereinbarten Gesamtpreises. Bei ausgewählten Premium-Projekten werden in denselben Publikationen Schwellen von bis zu 45 bis 50 Prozent genannt. Keine dieser Schwellen ist offiziell publiziert; sie sind vor dem Verkauf direkt beim Developer schriftlich zu verifizieren.

Unabhängig von dieser Anzahlungsschwelle enthalten manche Kaufverträge (SPA) explizite Lock-in-Perioden, während derer ein Assignment generell untersagt ist - häufig 6 bis 12 Monate ab Kaufdatum, in Einzelfällen bis zu 24 Monate. Diese Lock-in-Klauseln sind vom Anzahlungsstand vollständig unabhängig. Wer also nach 10 Monaten die 40-Prozent-Marke erreicht hat, aber einen 12-monatigen Lock-in unterschrieben hat, muss dennoch warten. Das SPA vor Unterzeichnung durch einen Rechtsanwalt mit UAE-Expertise prüfen zu lassen - insbesondere die Assignment-Klausel - ist keine Übervorsorge, sondern Praxis.

Für DACH-Investoren, die eine Off-Plan-Immobilie als Kaufobjekt für einen potentiellen Wiederverkauf betrachten, bedeutet das: Der Blick in den Zahlungsplan und in die Assignment-Klausel des SPA gehört in die Due-Diligence-Phase - noch vor dem Signing, nicht danach. Die zwei Bedingungen, die vor dem NOC-Antrag erfüllt sein müssen, besprechen wir im Erstkontakt mit imos - mit konkreter Einschätzung für Ihr Projekt.

Der 5-Schritte-Prozess: Vom NOC-Antrag bis zum abgeschlossenen Oqood-Transfer.

Ein Off-Plan-Wiederverkauf in Dubai folgt einem klar strukturierten Ablauf, der typischerweise zwei bis vier Wochen vom NOC-Antrag bis zum abgeschlossenen DLD-Transfer in Anspruch nimmt. Der Prozess beginnt mit der Prüfung des Kaufvertrags und des Oqood-Status. Käufer und Verkäufer können den offiziellen RERA-zertifizierten Baufortschritt über die Dubai REST App oder die Website dubailand.gov.ae einsehen. Der Mashrooi-Service zeigt dabei Echtzeit-Baufotos, Fertigstellungsprozentsatz, Escrow-Kontonummer und fällige Zahlungen. Der Oqood-Status liefert Auskunft darüber, ob die Einheit als gültig, gesperrt, blockiert oder ungültig im Register geführt wird.

Im zweiten Schritt folgt der NOC-Antrag beim Developer. Nach Ausstellung des NOC schließen Verkäufer und Käufer das RERA Form F - das standardisierte Memorandum of Understanding - ab. Beide Parteien oder bevollmächtigte Vertreter (Power of Attorney) müssen persönlich oder per POA beim DLD-Trustee Office anwesend sein; eine rein digitale Transaktion ohne physische Repräsentation ist nicht möglich. Die eigentliche Übertragung im Trustee Office dauert laut Marktpraxis circa 25 bis 35 Minuten. Im letzten Schritt aktualisiert der Developer seine Unterlagen auf den neuen Käufer - womit das Oqood-Zertifikat nun auf den neuen Eigentümer lautet.

Ein wichtiger Hinweis: Wenn die Off-Plan-Einheit von der Bank des Verkäufers als Sicherheit hinterlegt wurde - also eine Hypothek besteht -, muss diese vor dem DLD-Transfer vollständig abgelöst werden, inklusive Bank-NOC. Der RERA-lizenzierte Makler ist beim Off-Plan-Assignment rechtlich zwingend einzubinden.

Kostenstruktur beim Wiederverkauf: 6 bis 11 Prozent des Verkaufspreises.

Was einen Off-Plan-Wiederverkauf für den Verkäufer kostet, wird in Beratungsgesprächen häufig zu optimistisch dargestellt. Eine realistische Aufstellung der relevanten Positionen: Die DLD-Transfergebühr von 4 Prozent des Kaufpreises zahlt in der Regel der neue Käufer - auf den (höheren) Wiederverkaufspreis, nicht auf den ursprünglichen Erstpreis. Das ist für Käufer eine relevante Kostengröße, die in die Gesamtrenditekalkulation einzubeziehen ist.

Auf Seite des Verkäufers fallen an: eine Developer-Assignment-Fee in Höhe von 2 bis 5 Prozent des Verkaufspreises oder pauschal AED 3.000 bis 5.000 (je nach Developer und Vereinbarung); Maklercourtage von rund 2 Prozent zuzüglich 5 Prozent UAE-Mehrwertsteuer; die NOC-Gebühr des Developers (AED 500 bis 5.250 laut Maklerpublikationen - vor Verkauf schriftlich beim Developer-Transferteam bestätigen lassen, da diese Angaben nicht offiziell publiziert werden); sowie die Trustee-Office-Gebühr von AED 2.000 zuzüglich MwSt. für Immobilien unter AED 500.000 bzw. AED 4.000 zuzüglich MwSt. ab AED 500.000. Hinzu kommen DLD-Verwaltungsgebühren von AED 580 für Apartments und Villen. In der Summe bewegen sich die Gesamtkosten einer Wiederverkaufstransaktion je nach Developer und Konstellation zwischen 6 und 11 Prozent des Verkaufspreises.

Zur Einordnung: Eine hypothetische Beispielrechnung (auf Basis publizierter Marktdaten) zeigt die Dimension. Kaufpreis AED 1.500.000, davon 40 Prozent bezahlt gleich AED 600.000. Wiederverkaufspreis AED 1.900.000, Brutto-Prämie AED 400.000 (26,7 Prozent). Nach geschätzten Transaktionskosten von rund AED 124.400 verbleibt eine Netto-Prämie von rund AED 275.600 - das entspricht 18,6 Prozent auf die geleistete Einlage. Diese Zahl ist ein Orientierungsrahmen, kein Versprechen; der tatsächliche Kostenblock hängt von Developer, Einheitenwert, Maklerstruktur und Verhandlungsergebnis ab.

Wann der optimale Zeitpunkt liegt - und was Maklerdaten dazu sagen.

Der Off-Plan-Wiederverkaufsmarkt in Dubai hat in den vergangenen Jahren erheblich an Tiefe gewonnen. Laut dem Bayut Off-Plan Market Report 2025 wurden im vergangenen Jahr 134.623 Off-Plan-Transaktionen mit einem Gesamtvolumen von AED 293 Milliarden abgewickelt - das entspricht einem Anteil von 62,6 Prozent aller Wohnimmobilientransaktionen in Dubai. Off-Plan-Wiederverkäufe machten im Oktober 2025 rund 21,7 Prozent aller Resale-Transaktionen aus.

Bei der Frage nach dem optimalen Verkaufszeitpunkt gibt es keine einheitliche Marktdoktrin. Mehrere Maklerpublikationen - Quellen, die typischerweise ein eigenes Vermittlungsinteresse haben - nennen unterschiedliche Fenster: Einige empfehlen den Zeitraum bei 40 bis 60 Prozent Baufortschritt, andere sehen das stärkste Prämien-Fenster erst bei 70 bis 80 Prozent, wenn End-Nutzer-Nachfrage und Fertigstellungsgewissheit steigen. Der Zeitraum drei bis sechs Monate vor Übergabe wird häufig als Hochpunkt der Prämien genannt, da zu diesem Zeitpunkt die Unsicherheit des Käufers am geringsten ist und konkrete Übergabetermine feststehen.

Zur Vorsicht ist allerdings bei den kommunizierten Renditeversprechen geboten: Angaben von 20 bis 48 Prozent Wertzuwachs während der Bauphase stammen überwiegend aus Maklerquellen und sind nicht durch unabhängige Institute wie Knight Frank, JLL oder CBRE für den Off-Plan-Wiederverkaufsmarkt dezidiert verifiziert. Als Orientierungsrahmen können diese Zahlen dienen - als belastbare Prognosebasis taugen sie nicht.

Marktrisiko bleibt ein realer Faktor: Das Maklerportal Seventh Key prognostiziert für 2025 und 2026 ein Neubauvolumen von rund 210.000 Einheiten und verbindet diese Prognose mit einer möglichen Preiskorrektur von bis zu 15 Prozent. Diese Einschätzung stammt aus einer Maklerquelle ohne Unabhängigkeitsstatus - unabhängige Institute wie Knight Frank, JLL oder CBRE haben diese Zahl nicht bestätigt. Sie ist als Risikohinweis zu lesen, nicht als Prognose. Ob und wie stark ein erhöhtes Angebot die Prämien im Wiederverkaufsmarkt drückt, ist von Lage und Projektqualität abhängig.

Was passiert, wenn kein NOC vorliegt: Die Rechtsfolge informeller Verkäufe.

Privatverkäufe ohne DLD-Registrierung sind nach Gesetz Nr. 13/2008 absolut nichtig. Das betrifft nicht nur Handschlag-Deals, sondern auch privatschriftliche Verträge oder Kaufpreiszahlungen, die ohne Einschaltung des Trustee Office und des DLD-Oqood-Systems erfolgen. Das Oqood-System verhindert Doppelverkäufe technisch: Nur der aktuell registrierte Eigentümer kann eine Transaktion über das System initiieren.

Für DACH-Investoren ist diese Rechtsfolge besonders wichtig zu kennen. In Deutschland, Österreich und der Schweiz entfalten notarielle Kaufverträge oder Vorverkaufsvereinbarungen regelmäßig Eigentumsschutz oder begründen zumindest verlässliche Ansprüche. Das emiratische Recht kennt diesen Mechanismus für Off-Plan-Immobilien nicht. Ein informeller Vertrag schützt den Käufer nicht. Wer als Käufer eine Off-Plan-Einheit ohne Oqood-Transfer erwirbt, erwirbt - rechtlich gesprochen - gar nichts.

Golden Visa und Steuern: Was beim Wiederverkauf zu bedenken ist.

Dubai erhebt keine Kapitalertragssteuer für Privatpersonen - auch nicht auf Off-Plan-Wiederverkäufe. Die 2023 eingeführte Körperschaftssteuer von 9 Prozent gilt für Unternehmen; Privatinvestoren bleiben ausgenommen. Für multinationale Konzerne mit über 750 Millionen Euro Jahresumsatz gilt ab 2025 ein globales Mindeststeuerabkommen (DMTT 15 Prozent) - für Privatinvestoren im DACH-Raum mit Direktbesitz in Dubai ohne Belang.

Was steuerlich jedoch nicht außer Acht gelassen werden darf: die Situation im Heimatland. Dieser Abschnitt ist keine steuerliche oder rechtliche Beratung; er ersetzt nicht den Rat eines auf deutsch-emiratische Sachverhalte spezialisierten Steuerberaters. Ein in Deutschland ansässiger Investor, der eine Dubai-Immobilie innerhalb von zehn Jahren nach Erwerb mit Gewinn veräußert, unterliegt grundsätzlich der deutschen Einkommensteuer auf den Veräußerungsgewinn nach Paragraf 23 Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 Einkommensteuergesetz. Die Steuerfreiheit in Dubai hebt die deutsche Steuerpflicht nicht auf.

► Österreich: Die Immobilienertragsteuer beträgt pauschal 30% (Flat-Tax seit 2012) auf Gewinne aus privaten Immobilienveräußerungen - unabhängig von der Haltedauer. Das ist eine wesentliche Abweichung vom deutschen §23-Modell: Während in Deutschland nach zehn Jahren Steuerfreiheit eintritt, gilt in Österreich die 30%-Flat-Tax zeitlich unbegrenzt.

► Schweiz: Die Grundstückgewinnsteuer variiert kantonal erheblich. In Kantonen mit progressiven Sätzen kann der effektive Steuersatz den deutschen Satz übertreffen. Eine pauschale Aussage zur Schweizer Belastung ist ohne Kenntnis des Wohnsitzkantons nicht möglich.

Für alle drei Länder gilt: Die steuerliche Beratung durch einen auf deutsch-emiratische Konstellationen spezialisierten Steuerberater ist unumgänglich. Die steuerliche Rechnung für Ihre spezifische Konstellation (Wohnsitz, Haltedauer, Eigentümerstruktur) gehört in eine Beratung - imos vermittelt den richtigen Ansprechpartner.

Eine weitere Implikation betrifft Inhaber eines UAE Golden Visa, das auf Grundlage einer qualifizierenden Immobilie (Marktwert AED 2 Mio. oder mehr) ausgestellt wurde: Wer diese qualifizierende Off-Plan-Immobilie vor Fertigstellung veräußert, muss das Golden Visa annullieren lassen - sofern keine andere qualifizierende Immobilie gehalten wird. Off-Plan-Einheiten sind ab 50 Prozent Baufortschritt oder mit besonderer DLD-Genehmigung für das Golden Visa qualifiziert. Mehrere Immobilien können für das Erreichen der Werteschwelle kombiniert werden. Vor einem Wiederverkauf ist in diesem Fall eine Rücksprache mit einem Einwanderungsberater dringend empfohlen.

Was Investoren 2026 konkret wissen sollten.

Drei wesentliche Erkenntnisse lassen sich festhalten: Jeder Off-Plan-Wiederverkauf ohne registrierten Oqood-Transfer ist nach Gesetz Nr. 13/2008 absolut nichtig - das ist keine Formsache, sondern die Grenze zwischen rechtsgültigem Eigentum und Nichtigkeit. Der mögliche Zeitpunkt eines Wiederverkaufs hängt von zwei unabhängigen Bedingungen ab: der Mindestanzahlung (30 bis 50 Prozent je Developer, nicht offiziell publiziert) und dem SPA (etwaige Lock-in-Klauseln). Beide Bedingungen müssen erfüllt sein, bevor ein NOC überhaupt beantragt werden kann. Die Transaktionskosten summieren sich auf 6 bis 11 Prozent des Verkaufspreises - ein Betrag, der in der Renditekalkulation von Anfang an einzupreisen ist.

Hinzu kommt das steuerliche Thema: Die Nullsteuer in Dubai ist real, überlagert aber nicht die Steuerpflicht im Wohnsitzstaat des Investors. Wer in Deutschland ansässig ist und innerhalb der Zehn-Jahres-Frist verkauft, schuldet dem deutschen Fiskus Steuern auf den Veräußerungsgewinn. Für Österreicher greift die 30%-Flat-Tax zeitlich unabhängig davon. Für Schweizer entscheidet der Wohnkanton. Diese Rechnung gehört vor den Verkaufsentscheid, nicht danach.

Einordnung: Was den Dubai-Markt von anderen Off-Plan-Märkten unterscheidet.

Das Oqood-System und die Escrow-Pflicht nach Gesetz Nr. 8/2007 machen Dubai strukturell transparenter als viele andere Off-Plan-Märkte: Baufortschritt ist in Echtzeit über staatliche Apps prüfbar, Treuhandgelder sind vor Gläubigerzugriffen des Developers geschützt, und der Registrierungszwang verhindert Doppelverkäufe systematisch. Das ist ein echter Unterschied zu Märkten, in denen Off-Plan-Einheiten über private Vorverträge ohne staatliche Aufsicht gehandelt werden.

Gleichzeitig gilt: Ein gut regulierter Markt schützt vor dem Verlust des Eigenkapitals bei Developer-Insolvenz - er schützt nicht vor Marktpreisrückgängen. Das von Seventh Key (Maklerquelle) prognostizierte Angebotsvolumen von rund 210.000 Einheiten in 2025 und 2026 ist ein makroökonomischer Faktor, der die Prämien im Wiederverkaufsmarkt beeinflussen kann - ohne Bestätigung durch unabhängige Institute ist er als Planungsvariable zu behandeln, nicht als Gewissheit. Wer eine Off-Plan-Einheit mit dem Ziel kauft, sie vor Fertigstellung mit Aufschlag weiterzuverkaufen, setzt auf Marktliquidität und Preisentwicklung - keine der beiden Variablen ist garantiert.

Das ändert nichts daran, dass der strukturierte Wiederverkaufsmarkt in Dubai für informierte Investoren ein funktionierendes Instrument ist - sofern die rechtlichen Voraussetzungen bekannt sind und die Kostenstruktur nüchtern eingepreist wurde. Die zwei Bedingungen, die vor dem NOC-Antrag erfüllt sein müssen, besprechen wir im Erstkontakt - mit konkreter Einschätzung Ihrer Ausgangslage durch das imos-Beratungsteam.

Kann ich meine Off-Plan-Immobilie in Dubai jederzeit vor Fertigstellung verkaufen?

Nein. Zwei Bedingungen müssen kumulativ erfüllt sein: Sie müssen die Mindestanzahlungsschwelle des Developers erreicht haben (laut Maklerpublikationen in der Regel 30 bis 40 Prozent des Gesamtkaufpreises, bei einzelnen Premium-Projekten bis zu 50 Prozent - diese Schwellen werden von keinem Developer offiziell publiziert und sind direkt beim Developer schriftlich zu verifizieren), und Ihr Kaufvertrag darf keine aktive Lock-in-Klausel enthalten, die ein Assignment untersagt. Lock-in-Perioden von 6 bis 24 Monaten ab Kaufdatum sind in manchen SPAs verankert und gelten unabhängig vom Anzahlungsstand.

Was ist ein NOC und wozu brauche ich es beim Off-Plan-Wiederverkauf?

Das No Objection Certificate (NOC) des Developers ist gesetzlich vorgeschrieben. Ohne NOC verarbeitet der Dubai Land Department (DLD) keine Transaktion über das Oqood-System. Das NOC bestätigt, dass keine ausstehenden Zahlungen gegenüber dem Developer oder Servicegebührenrückstände vorliegen und dass der neue Käufer die KYC-Anforderungen erfüllt. Die Gültigkeitsdauer beträgt typischerweise 30 Tage.

Was passiert, wenn ich meine Off-Plan-Einheit ohne DLD-Registrierung privat verkaufe?

Ein solcher Verkauf ist nach Gesetz Nr. 13/2008 absolut nichtig. Kein privatschriftlicher Vertrag, keine Banküberweisung und keine mündliche Vereinbarung begründet gültiges Eigentumsrecht an einer nicht registrierten Off-Plan-Einheit in Dubai. Der Käufer erhält rechtlich gesehen nichts. Das Oqood-System verhindert zudem Doppelverkäufe technisch.

Wie hoch sind die Kosten beim Off-Plan-Wiederverkauf in Dubai?

Die Gesamtkosten einer Wiederverkaufstransaktion liegen je nach Developer, Einheitenwert und Maklerstruktur zwischen 6 und 11 Prozent des Verkaufspreises. Darin enthalten sind typischerweise: Developer-Assignment-Fee (2 bis 5 Prozent oder pauschal AED 3.000 bis 5.000), Maklercourtage (rund 2 Prozent plus 5 Prozent MwSt.), NOC-Gebühr des Developers (AED 500 bis 5.250 laut Maklerpublikationen, nicht vom Developer offiziell publiziert - vor Verkauf schriftlich beim Developer-Transferteam bestätigen lassen), Trustee-Office-Gebühr (AED 2.000 bis 4.000 plus MwSt.) sowie DLD-Verwaltungsgebühren. Die 4-prozentige DLD-Transfergebühr trägt in der Regel der neue Käufer.

Muss ich als Investor auf den Gewinn aus dem Dubai-Wiederverkauf Steuern zahlen?

Haeufige Fragen

Kann ich meine Off-Plan-Immobilie in Dubai jederzeit vor Fertigstellung verkaufen? — Nein. Zwei Bedingungen müssen kumulativ erfüllt sein: Sie müssen die Mindestanzahlungsschwelle des Developers erreicht haben (laut Maklerpublikationen in der Regel 30 bis 40 Prozent des Gesamtkaufpreises, bei einzelnen Premium-Projekten bis zu 50 Prozent - diese Schwellen werden von keinem Developer offiziell publiziert und sind direkt beim Developer schriftlich zu verifizieren), und Ihr Kaufvertrag darf keine aktive Lock-in-Klausel enthalten, die ein Assignment untersagt. Lock-in-Perioden von 6 bis 24 Monaten ab Kaufdatum sind in manchen SPAs verankert und gelten unabhängig vom Anzahlungsstand.

Was ist ein NOC und wozu brauche ich es beim Off-Plan-Wiederverkauf? — Das No Objection Certificate (NOC) des Developers ist gesetzlich vorgeschrieben. Ohne NOC verarbeitet der Dubai Land Department (DLD) keine Transaktion über das Oqood-System. Das NOC bestätigt, dass keine ausstehenden Zahlungen gegenüber dem Developer oder Servicegebührenrückstände vorliegen und dass der neue Käufer die KYC-Anforderungen erfüllt. Die Gültigkeitsdauer beträgt typischerweise 30 Tage.

Was passiert, wenn ich meine Off-Plan-Einheit ohne DLD-Registrierung privat verkaufe? — Ein solcher Verkauf ist nach Gesetz Nr. 13/2008 absolut nichtig. Kein privatschriftlicher Vertrag, keine Banküberweisung und keine mündliche Vereinbarung begründet gültiges Eigentumsrecht an einer nicht registrierten Off-Plan-Einheit in Dubai. Der Käufer erhält rechtlich gesehen nichts. Das Oqood-System verhindert zudem Doppelverkäufe technisch.

Wie hoch sind die Kosten beim Off-Plan-Wiederverkauf in Dubai? — Die Gesamtkosten einer Wiederverkaufstransaktion liegen je nach Developer, Einheitenwert und Maklerstruktur zwischen 6 und 11 Prozent des Verkaufspreises. Darin enthalten sind typischerweise: Developer-Assignment-Fee (2 bis 5 Prozent oder pauschal AED 3.000 bis 5.000), Maklercourtage (rund 2 Prozent plus 5 Prozent MwSt.), NOC-Gebühr des Developers (AED 500 bis 5.250 laut Maklerpublikationen, nicht vom Developer offiziell publiziert - vor Verkauf schriftlich beim Developer-Transferteam bestätigen lassen), Trustee-Office-Gebühr (AED 2.000 bis 4.000 plus MwSt.) sowie DLD-Verwaltungsgebühren. Die 4-prozentige DLD-Transfergebühr trägt in der Regel der neue Käufer.

Muss ich als Investor auf den Gewinn aus dem Dubai-Wiederverkauf Steuern zahlen? — Dubai selbst erhebt keine Kapitalertragssteuer für Privatpersonen. Für in Deutschland ansässige Investoren gilt jedoch: Ein Veräußerungsgewinn aus einer ausländischen Immobilie, die innerhalb von zehn Jahren nach Erwerb veräußert wird, unterliegt grundsätzlich der deutschen Einkommensteuer nach §23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 EStG. Österreicher zahlen 30% Immobilienertragsteuer (Flat-Tax) unabhängig von der Haltedauer. Schweizer unterliegen der kantonal variablen Grundstückgewinnsteuer. In allen drei Fällen ist eine Beratung durch einen auf deutsch-emiratische Konstellationen spezialisierten Steuerberater unumgänglich. Dieser Abschnitt ist keine steuerliche Beratung.

Verliere ich mein Golden Visa, wenn ich die Off-Plan-Immobilie vor Fertigstellung verkaufe? — Wenn das Golden Visa auf Basis der zu verkaufenden Immobilie ausgestellt wurde und keine andere qualifizierende Immobilie (Marktwert mindestens AED 2 Mio.) gehalten wird, muss das Golden Visa annulliert werden. Eine Vorabprüfung durch einen Einwanderungsberater ist vor dem Verkauf dringend empfohlen. Mehrere Immobilien können kombiniert werden, um die Werteschwelle zu halten.

Wann ist der beste Zeitpunkt, eine Off-Plan-Einheit in Dubai vor Fertigstellung zu verkaufen? — Es gibt keinen universellen optimalen Zeitpunkt. Maklerpublikationen - Quellen mit eigenem Vermittlungsinteresse - nennen unterschiedliche Fenster: 40 bis 60 Prozent Baufortschritt für frühzeitige Gewinnmitnahme; 70 bis 80 Prozent sowie drei bis sechs Monate vor Übergabe für potenziell höhere Prämien, wenn End-Nutzer-Nachfrage und Fertigstellungsgewissheit steigen. Diese Richtwerte sind kontext- und lageabhängig und stammen nicht aus unabhängigen Instituten wie Knight Frank oder JLL.

Weiterlesen · Vollständige Analyse

Welche Strategie zu Ihrer Situation passt

Der Investoren-Letter von Immo Insider ordnet die Faktenlage fuer DACH-Investoren ein - mit Lage-Daten, Steuer-Aspekten und einem Entscheidungsrahmen fuer Ihre konkrete Situation.

Investoren-Letter anfordern

Kein Verkaufsgespräch · Kostenfrei

Quellen dieser Analyse

Stand: Juni 2026. Steuerlicher Fokus dieses Beitrags: Deutschland nach §23 EStG. Für in Österreich und der Schweiz ansässige Investoren gelten abweichende nationale Regelungen (siehe Länderkästen im Steuerabschnitt); ein gesonderter Beitrag folgt. Dieser Beitrag ersetzt keine individuelle Rechts- oder Steuerberatung. Die dargestellten Regelungen (Gesetz Nr. 13/2008 und Folgegesetze, Escrow-Pflicht, NOC-Anforderungen, Developer-Schwellen) können sich ändern; massgeblich ist stets die aktuelle Fassung der emiratischen Rechtsnormen sowie die Verwaltungspraxis von DLD und RERA zum Zeitpunkt der Transaktion. Steuerliche Implikationen in Deutschland, Österreich und der Schweiz hängen von der persönlichen Konstellation (Wohnsitz, Haltedauer, Eigentümerstruktur, Familienstand) ab und müssen durch einen auf deutsch-emiratische Sachverhalte spezialisierten Steuerberater bewertet werden. Die im Text verwendeten hypothetischen und anonymisierten Fallbeispiele (Unternehmer aus Frankfurt, Beispielrechnungen) sind fiktiv und dienen ausschliesslich der Illustration. Developer-spezifische NOC-Gebühren und Mindestanzahlungsschwellen wurden aus Maklerpublikationen (interessenkonfliktbehaftete Quellen) entnommen und sind vor jeder Transaktion schriftlich beim zuständigen Developer-Transferteam zu bestätigen; offizielle Tariflisten der Developer werden nicht publiziert. Die Marktkorrekturprognose (210.000 Einheiten, mögliche 15%-Korrektur) stammt aus einer Maklerquelle (Seventh Key) und ist nicht durch unabhängige Marktinstitute wie Knight Frank, JLL oder CBRE verifiziert. Renditeangaben aus Maklerquellen (20-48%) sind nicht durch Knight Frank, JLL oder CBRE für den Off-Plan-Wiederverkaufsmarkt verifiziert. Salesfory LLC / Immo Insider übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben.