Ratgeber
Immobilienkauf Dubai ohne Makler: Was direkt beim Entwickler geht - und wo die Grenze liegt
Off-Plan-Direktkauf ist möglich und gebührenfrei - im Sekundärmarkt erzwingt RERA-Formular F faktisch einen lizenzierten Broker. Was das für DACH-Investoren bedeutet.

Ein Stuttgarter Unternehmer, Mitte fünfzig, besucht das Sales Office eines namhaften Entwicklers in Downtown Dubai. Er schreibt ein Apartment für AED 2,3 Millionen an - ohne einen einzigen Makler einzuschalten. Kein Problem, sagt der Verkaufsberater des Entwicklers. Und er hat recht. Was er nicht weiß: Was in diesem Moment problemlos funktioniert, gilt in einer anderen Marktsituation - nämlich im Wiederverkauf - nur eingeschränkt. Der Direktkauf bei Dubais Entwicklern ist legal, möglich und gebührenfrei für den Käufer. Aber er hat Grenzen, die verstanden sein müssen, bevor man unterzeichnet.
Keine gesetzliche Maklerpflicht - aber das Bild ist differenzierter.
Dubai kennt keine gesetzliche Vorschrift, die Käufer verpflichtet, einen Makler einzuschalten. Diese Aussage ist korrekt, aber unvollständig - und in ihrer Unvollständigkeit irreführend, wenn man sie auf alle Marktsegmente anwendet.
Im Off-Plan-Segment, also beim Kauf von Immobilien direkt vom Entwickler vor oder während der Bauphase, ist der Direktweg zum Sales Office rechtlich und praktisch unkompliziert. Käufer jeder Nationalität können eine Einheit reservieren, den Sale and Purchase Agreement (SPA) unterzeichnen und die Kaufabwicklung vollständig ohne einen RERA-registrierten Broker durchführen.
Im Sekundärmarkt - dem Wiederverkauf bestehender Einheiten - ergibt sich ein anderes Bild. Hier schreibt das Dubai Land Department (DLD) das Formular Form F (Memorandum of Understanding) als verbindliches Kaufvertragsdokument vor. Laut RERA-Regularien muss Form F von Käufer, Verkäufer und einem RERA-registrierten Makler unterzeichnet werden. Ein rein privater Direktkauf ohne lizenzierten Broker ist damit im Sekundärmarkt faktisch nicht möglich - auch wenn kein explizites Gesetz den Käufer zur Maklerbeauftragung zwingt.
Der rechtliche Rahmen: Freehold-Eigentum für Ausländer seit 2006.
Bevor die operative Frage - Makler oder kein Makler - beurteilt werden kann, ist der eigentumsrechtliche Rahmen zu verstehen. Ausländische Staatsangehörige dürfen in Dubai seit dem Dubai Law No. 7 of 2006 vollständiges Freehold-Eigentum in bestimmten, vom Herrscher designierten Zonen erwerben - ohne Zeitbeschränkung, ohne Nationalitätsbeschränkung für Käufer über 21 Jahren.
Über 40 solcher Freehold-Zonen existieren heute: Dubai Marina, Downtown Dubai, Palm Jumeirah, Business Bay und Jumeirah Village Circle gehören zu den bekanntesten. Seit 2024 wurden Nad Al Sheba und Al Jaddaf für ausländisches Eigentum erweitert. Ältere Stadtviertel wie Deira, Bur Dubai, Karama, Satwa und Al Qusais bleiben für ausländisches Freehold-Eigentum gesperrt - ein Umstand, der bei der Lagenauswahl sorgfältig geprüft werden muss.
GCC- und UAE-Bürger dürfen überall in Dubai Eigentum erwerben. Die Freehold-Regelung für andere Nationalitäten ist explizit auf die designierten Zonen beschränkt.
Off-Plan-Direktkauf: Wie der Prozess tatsächlich abläuft.
Im Off-Plan-Segment ist der Direktweg strukturell einfach: Der Käufer tritt direkt an das Sales Office des Entwicklers heran, wählt eine Einheit, zahlt eine Reservierungsgebühr und unterzeichnet den Sale and Purchase Agreement. Ein Makler ist nicht involviert, keine Courtage wird fällig.
Entscheidend ist der Escrow-Schutz, den Dubai Law No. 8 of 2007 zwingend vorschreibt: Alle Anzahlungen für Off-Plan-Objekte müssen auf ein separates, DLD-genehmigtes Treuhandkonto eingezahlt werden. Gelder dürfen nur nach verifizierten Baufortschritten durch DLD-Inspektoren und unabhängige Prüfer freigegeben werden. Nur UAE-Zentralbank-lizenzierte und RERA-genehmigte Banken dürfen als Escrow-Treuhänder fungieren. Jedes Projekt benötigt ein eigenes Konto. Dieser gesetzliche Mechanismus schützt den Käufer unabhängig davon, ob ein Makler involviert ist oder nicht.
Nach SPA-Unterzeichnung ist der Entwickler verpflichtet, die Registrierung im Oqood-System des DLD innerhalb von 90 Tagen vorzunehmen. Oqood ist Dubais offizielles Vorregistrierungssystem für Off-Plan-Immobilien - es schafft einen offiziellen Nachweis des Eigentumsrechts während der Bauphase. Die Registrierungsgebühr beträgt 4 Prozent des Kaufpreises, identisch zum fertigen Objekt.
Was bleibt beim Direktkauf im Off-Plan-Segment tatsächlich beim Käufer? Er spart die Maklercourtage - denn im Off-Plan-Segment vergütet der Entwickler den Makler selbst, typischerweise zwischen 2 und 5 Prozent des Kaufpreises. Bei einem Direktkauf fällt diese Vergütung schlicht weg; der Käufer zahlt sie nicht. Die DLD Transfer Fee von 4 Prozent, Registrierungsgebühren und Verwaltungsgebühren fallen hingegen unabhängig vom Maklerweg an.
Kaufnebenkosten: Was wirklich zu zahlen ist.
Die Kaufnebenkosten in Dubai sind überschaubar, aber klar definiert. Der wesentliche Posten ist die DLD Transfer Fee von 4 Prozent des Kaufpreises. In der Praxis tragen Käufer und Verkäufer je 2 Prozent; bei Neubauten trägt häufig der Käufer allein die volle Gebühr - die genaue Aufteilung ist Verhandlungssache und sollte im SPA explizit geregelt sein.
Hinzu kommen Registrierungsgebühren beim Trustee Office: AED 2.000 zuzüglich 5 Prozent Mehrwertsteuer für Objekte unter AED 500.000; AED 4.000 zuzüglich 5 Prozent Mehrwertsteuer für Objekte ab AED 500.000. Die Title Deed-Ausstellung kostet AED 250. Verwaltungsgebühren betragen AED 580 für Apartments und Büros beziehungsweise AED 430 für Grundstücke.
Diese Gebühren fallen unabhängig davon an, ob ein Makler involviert ist. Im Sekundärmarkt zahlt in der Regel der Käufer 2 Prozent des Kaufpreises als Maklercourtage an den vermittelnden RERA-Broker - ein Kostenfaktor, der beim Off-Plan-Direktkauf entfällt.
Ein weiterer laufender Kostenfaktor, der bei der Renditerechnung häufig unterschätzt wird: Service Charges. Diese variieren erheblich - von AED 2,81 pro Quadratfuß pro Jahr in Villengemeinschaften wie Arabian Ranches bis zu AED 14 bis 21 pro Quadratfuß pro Jahr in gehobenen Marina-Projekten. Für den Burj Khalifa werden in einschlägigen Makler-Fachblogs Werte von bis zu AED 72 pro Quadratfuß pro Jahr genannt (Quelle: Kestates, Tier-3-Makler-Blog mit Eigeninteresse an hohen Preisangaben, nicht durch DLD-Primärdaten verifiziert - für die eigene Kalkulation sollten Sie diese Zahl direkt beim DLD oder dem jeweiligen Hausverwaltungsbericht des Projekts gegenprüfen). Hinzu können Kosten für Fernkühlung von AED 3 bis 8 pro Quadratfuß pro Jahr kommen. Diese Kosten werden von RERA reguliert, sind aber projekt- und lagenspezifisch und müssen vor Kaufentscheid geprüft werden.
Sekundärmarkt: Wo die Grenze tatsächlich liegt.
Im Wiederverkaufsmarkt verschiebt sich die Situation grundlegend. Form F - das von DLD und RERA vorgeschriebene Kaufvertragsdokument für Sekundärmarkt-Transaktionen - muss laut RERA-Regularien vom Käufer, vom Verkäufer und von einem RERA-registrierten Makler unterzeichnet werden.
Was bedeutet das konkret? Ein rein privater Direktkauf ohne lizenzierten Broker ist im Sekundärmarkt faktisch erschwert, wenn nicht de facto unmöglich - zumindest wenn Form F korrekt ausgefüllt und das DLD die Übertragung regulär bearbeiten soll. Es gibt kein explizites Gesetz, das den Käufer zur Maklerbeauftragung zwingt. Aber die Prozesskette - Erstellung von Form F durch einen lizenzierten Broker, Unterzeichnung aller drei Parteien - erzwingt in der Praxis eine Makler-Beteiligung.
Ob DLD-Trustee-Offices in Einzelfällen einen ohne Broker selbst erstellten Form F akzeptieren, ist aus öffentlich zugänglichen Quellen nicht eindeutig zu klären. Wer im Sekundärmarkt ohne Broker agieren möchte, sollte diese Frage vorab direkt beim DLD oder einem spezialisierten Anwalt klären lassen.
Unabhängig vom Direktkauf-Wunsch gilt im Sekundärmarkt eine Sorgfaltspflicht: Ein No Objection Certificate (NOC) des Entwicklers ist für jeden Eigentumsübergang Pflicht. Das DLD bearbeitet eine Eigentumsübertragung ohne NOC nicht. Das NOC bestätigt, dass keine ausstehenden Service Charges, Ratenzahlungen oder sonstigen Verbindlichkeiten gegenüber dem Entwickler bestehen. Die Kosten liegen typischerweise zwischen AED 500 und AED 5.000, bei Premium-Projekten bis AED 10.000, mit einer Bearbeitungszeit von ein bis fünf Werktagen.
Woran man einen seriösen Entwickler erkennt.
Beim Off-Plan-Direktkauf ohne Makler entfällt ein Filter, den ein erfahrener RERA-Broker typischerweise übernimmt: die Vorabprüfung des Entwicklers. Diese Prüfung lässt sich selbst vornehmen - sie erfordert Aufwand, aber keine besonderen Zugänge.
RERA führt eine öffentlich zugängliche Datenbank lizenzierter Makler; analog lassen sich Entwickler und ihre Projekte über die DLD-Website oder die Dubai REST App auf ihre offizielle Registrierung prüfen. Die Dubai REST App (iOS und Android) ermöglicht Echtzeit-Abfragen des DLD-Registers. Basisprüfungen zu Eigentümer, Belastungen und Gültigkeit eines Titeldokuments sind kostenlos. Ein detaillierter Property Report - inklusive Hypotheken und Beschlagnahmungen - kostet AED 50 zuzüglich Gebühren.
Als Orientierung: Etablierte Entwickler mit langer Lieferhistorie zeigen deutlich kürzere durchschnittliche Verzögerungen (drei bis fünf Monate) als kleinere oder neuere Marktteilnehmer (zwölf bis achtzehn Monate im Durchschnitt). Die Angabe, dass Emaar Properties eine On-Time-Delivery-Rate von rund 97 Prozent vorweist, stammt aus Branchenquellen und ist unabhängig nicht verifiziert - sie ist als Einschätzung der Branche zu lesen, nicht als gesicherter Fakt im journalistischen Sinne. Die RERA-Registrierung und der Entwicklerstatus lassen sich über die DLD-Website oder die Dubai REST App verifizieren.
Ebenso wichtig: Das Escrow-Konto. Käufer sollten beim Entwickler die Escrow-Bank-Details des Projekts erfragen und sicherstellen, dass Zahlungen tatsächlich auf ein DLD-registriertes Treuhandkonto geleistet werden - nicht auf ein allgemeines Unternehmenskonto. Das ist sowohl technisch einfach zu prüfen als auch rechtlich durch Dubai Law No. 8 of 2007 abgesichert.
Aktuelle Marktdaten: Wo Dubai 2024/25 steht.
Das Marktumfeld, in dem Direktkäufe heute stattfinden, ist quantitativ dokumentiert. Dubai verzeichnete 2024 insgesamt 226.000 Immobilientransaktionen im Wert von AED 761 Milliarden (ca. USD 207 Milliarden) - ein Rekord mit einem Volumen-Plus von 36 Prozent und einem Wertanstieg von 20 Prozent gegenüber 2023, laut offizieller Pressemitteilung des Dubai Land Department. 110.000 neue Investoren wurden 2024 registriert, ein Anstieg von 55 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Off-Plan-Käufe machten dabei rund 68 Prozent des Transaktionsvolumens aus - also genau jenes Segment, in dem der Direktweg ohne Makler strukturell möglich ist. Dubai-Wohnimmobilien verzeichneten in Q3 2025 einen jährlichen Preisanstieg von rund 10 Prozent, nach 16 Prozent in Q3 2024. Apartments legten um 9,6 Prozent zu, Villen um 12 Prozent, laut Knight Frank-Daten vom November 2025.
Die Preisspanne nach Lage ist erheblich. Zum Stand der ersten Jahreshälfte 2026 lagen die Durchschnittspreise laut Engel & Völkers bei AED 4.240 pro Quadratfuß auf Palm Jumeirah, AED 3.011 in Downtown Dubai, AED 2.547 in Business Bay, AED 2.058 in Dubai Marina und AED 1.510 in Jumeirah Village Circle. Der Gesamtdurchschnitt für Dubai liegt bei AED 1.916 pro Quadratfuß.
Brutto-Mietrenditen werden im Maklerumfeld mit Werten von durchschnittlich rund 6,8 Prozent angegeben; Lagen wie JVC werden mit 7 bis 8 Prozent, International City und Dubai Investment Park mit 9 bis 10 Prozent gehandelt. Diese Angaben stammen aus interessenkonfliktbehafteten Maklerquellen (u. a. Primadom, Tier-3-Makler), die ein kommerzielles Interesse an attraktiven Renditedarstellungen haben, und sind nicht durch unabhängige Datendienstleister wie REIDIN oder JLL verifiziert. Für belastbare Renditekalkulationen, die als Grundlage einer Investitionsentscheidung dienen, empfiehlt sich die direkte Konsultation dieser unabhängigen Datenquellen. Eine Nettomietrendite ist in der Regel 1,5 bis 2,5 Prozentpunkte niedriger als die genannten Bruttowerte.
Golden Visa und Hypothekenfinanzierung ohne Broker.
Zwei Fragen, die DACH-Investoren beim Direktkauf regelmäßig beschäftigen: Qualifiziert der Direktkauf für den Golden Visa? Und ist eine Hypothekenfinanzierung ohne Maklervermittlung möglich?
Zum Golden Visa: Für das 10-Jahres-Aufenthaltsrecht ist eine Mindestinvestition von AED 2 Millionen in Immobilien erforderlich - sowohl fertige als auch Off-Plan-Objekte qualifizieren sich, sofern die Immobilie in einer designierten Freehold-Zone liegt. Bei gemeinsamen Eigentümern muss jeder Miteigentümer einen Mindestanteil von AED 400.000 halten. Der direkte Entwickler-Kauf ohne Makler schließt die Visa-Qualifikation nicht aus.
Zur Hypothekenfinanzierung: Nicht-Residenten können in Dubai eine Hypothek aufnehmen. Typische Konditionen sind 35 bis 40 Prozent Eigenkapitalanteil und Zinssätze, die 0,5 bis 1 Prozentpunkt über Residenten-Konditionen liegen. 2024 lagen Zinssätze für Nicht-Residenten bei 3,5 bis 5,5 Prozent per annum. Maximale Laufzeit: 25 Jahre oder bis Alter 65. Mindesteinkommensanforderungen liegen bei AED 10.000 bis 15.000 pro Monat. Kreditgebende Banken für Nicht-Residenten sind unter anderem Emirates NBD, Abu Dhabi Islamic Bank, Mashreq Bank, Dubai Islamic Bank und First Abu Dhabi Bank. Die Bankbeziehung für eine Hypothek ist unabhängig vom Maklerweg - sie wird direkt zwischen Käufer und kreditgebender Bank aufgebaut.
Was Dubai nicht besteuert - und was trotzdem anfallen kann.
Dubai erhebt keine Kapitalertragsteuer, keine persönliche Einkommensteuer und keine laufende Grundsteuer für Privatpersonen - weder für Residenten noch für Ausländer. Mieteinnahmen für Privatpersonen sind steuerfrei. Einzige einmalige Kaufkostenbelastung auf DLD-Ebene ist die Transfer Fee von 4 Prozent.
Für körperschaftlich gehaltene Immobilien gilt seit 2023 eine UAE-Körperschaftsteuer von 9 Prozent auf den steuerlichen Gewinn (nicht den Umsatz) über AED 375.000 pro Geschäftsjahr und Entität. Wer eine Immobilie über eine Gesellschaft hält oder erwirbt, muss diesen Aspekt vorab mit einem auf UAE-Recht spezialisierten Steuerberater klären. *Hinweis: Diese Angabe bezieht sich auf den Stand der UAE-Steuergesetzgebung zum Zeitpunkt der Veröffentlichung; Schwellenwerte und Verwaltungspraxis können sich ändern.*
Der entscheidende Hinweis für DACH-Investoren: Das steuerfreie Dubai-Umfeld bedeutet nicht, dass keine Steuer anfällt. Wer seinen Steuerwohnsitz in Deutschland, Österreich oder der Schweiz hat, unterliegt dort der Besteuerung seiner weltweiten Einkünfte. Mieteinnahmen aus Dubai sind in Deutschland grundsätzlich einkommensteuerpflichtig - sie werden zwar regelmäßig von der Bemessungsgrundlage freigestellt (da kein Doppelbesteuerungsabkommen mit den UAE besteht, gelten die Regeln des Einkommensteuergesetzes zum Progressionsvorbehalt), erhöhen aber den Steuersatz auf das übrige Einkommen. *Diese Darstellung ersetzt keine individuelle Steuerberatung; die konkrete Auswirkung hängt von Ihrer persönlichen Einkommens- und Wohnsitzkonstellation ab.* Diese Mechanik - gerade weil Dubai keine Steuer erhebt, kann die volle Last im Heimatland anfallen - ist einer der häufigsten Irrtümer bei DACH-Investoren. Detailfragen zur steuerlichen Behandlung von Dubai-Immobilien in der eigenen Konstellation gehören zwingend in die Beratung durch einen auf deutsch-emiratische Sachverhalte spezialisierten Steuerberater.
Was Investoren 2026 wissen sollten.
Der Direktkauf beim Entwickler im Off-Plan-Segment ist legal, kosteneffizient und durch das Escrow-Gesetz (Dubai Law No. 8 of 2007) solide abgesichert. Keine gesetzliche Maklerpflicht, keine Courtage für den Käufer, voller DLD-Registrierungsschutz via Oqood. Das macht den Off-Plan-Direktkauf zum strukturell attraktivsten Weg für selbstständig informierte Investoren.
Im Sekundärmarkt greift Form F und die RERA-Unterschriftspflicht eines lizenzierten Brokers. Ein echter Direktkauf ohne Broker ist dort de facto nicht möglich, solange das DLD die Eigentumsübertragung regulär bearbeiten soll. Wer im Wiederverkaufsmarkt kaufen möchte, sollte vorab direkt beim DLD oder einem spezialisierten Anwalt klären, ob ein RERA-registrierter Broker nur formal eingeschaltet wird oder ob Alternativen bestehen.
Die Marktdaten sind stark, aber das Bild ist nicht uniform. Off-Plan-Käufe machen rund 68 Prozent des Transaktionsvolumens aus, der Markt wuchs 2024 um 36 Prozent auf ein Volumen von AED 761 Milliarden. Brutto-Mietrenditen von durchschnittlich rund 6,8 Prozent aus interessenkonfliktbehafteten Maklerquellen klingen attraktiv - sind aber vor Service Charges, Leerstand und heimischer Steuerbelastung zu rechnen, und sollten für Investitionsentscheidungen anhand unabhängiger Daten (REIDIN, JLL) verifiziert werden. Wer kauft, kauft in einen Rekordmarkt mit hoher Lieferpipeline. Das ist keine Warnung vor dem Kauf. Es ist der Kontext, der zu einer seriösen Kaufentscheidung gehört.
FAQ: Die häufigsten Fragen zum Direktkauf in Dubai.
Frage: Darf ich als Deutscher ohne Makler beim Entwickler kaufen?
Ja - im Off-Plan-Segment ist ein Direktkauf beim Entwickler ohne Makler möglich und rechtlich unproblematisch. Es gibt keine gesetzliche Pflicht zur Maklerbeauftragung für Käufer.
Frage: Was ist Form F und warum ist es im Sekundärmarkt relevant?
Form F (Memorandum of Understanding) ist das von DLD/RERA vorgeschriebene Kaufvertragsdokument für Sekundärmarkt-Transaktionen. Es muss laut RERA-Regularien von Käufer, Verkäufer und einem RERA-registrierten Makler unterzeichnet werden - was private Direktkäufe ohne lizenzierten Broker im Wiederverkaufsmarkt faktisch erheblich erschwert.
Frage: Welche Steuern fallen beim Kauf an?
Die einmalige DLD Transfer Fee beträgt 4 Prozent des Kaufpreises. Dubai erhebt keine Kapitalertragsteuer, keine persönliche Einkommensteuer und keine laufende Grundsteuer. Für DACH-Investoren mit Steuerwohnsitz in Deutschland, Österreich oder der Schweiz können jedoch heimische Steuerpflichten auf Mieteinnahmen und Verkaufsgewinne bestehen.
Frage: Wie schützt mich das Escrow-Konto beim Off-Plan-Kauf?
Dubai Law No. 8 of 2007 schreibt zwingend vor, dass alle Anzahlungen auf ein separates, DLD-genehmigtes Treuhandkonto eingezahlt werden müssen. Gelder werden nur nach verifizierten Baufortschritten freigegeben - unabhängig davon, ob ein Makler involviert ist.
Frage: Qualifiziert ein Direktkauf beim Entwickler für den Golden Visa?
Ja - die Makler-Frage ist für die Visa-Qualifikation irrelevant. Entscheidend ist die Mindestinvestition von AED 2 Millionen in einer designierten Freehold-Zone. Sowohl fertige Objekte als auch Off-Plan-Einheiten qualifizieren.
Frage: Wie verifiziere ich einen Entwickler selbst?
Über die kostenlose Dubai REST App (iOS/Android) lassen sich Entwickler, Projekte und Titeldokumente im DLD-Register prüfen. Ein ausführlicher Property Report (inkl. Hypotheken und Beschlagnahmungen) kostet AED 50 zuzüglich Gebühren über die DLD-Website oder die REST-App.
Haeufige Fragen
Darf ich als Deutscher ohne Makler beim Entwickler in Dubai kaufen? — Ja - im Off-Plan-Segment ist ein Direktkauf beim Entwickler ohne Makler möglich und rechtlich unproblematisch. Es gibt keine gesetzliche Pflicht zur Maklerbeauftragung für Käufer. Im Sekundärmarkt (Wiederverkauf) erschwert jedoch die RERA-Pflicht, dass Form F von einem lizenzierten Broker unterzeichnet werden muss, einen Direktkauf ohne Broker erheblich.
Was ist Form F und warum ist es im Sekundärmarkt entscheidend? — Form F (Memorandum of Understanding) ist das von DLD/RERA vorgeschriebene Kaufvertragsdokument für Sekundärmarkt-Transaktionen. Laut RERA-Regularien muss es von Käufer, Verkäufer und einem RERA-registrierten Makler unterzeichnet werden. Ohne Maklerbeteiligung ist eine reguläre DLD-Eigentumsübertragung im Sekundärmarkt faktisch nicht möglich.
Welche Steuern fallen beim Immobilienkauf in Dubai an? — Dubai erhebt keine Kapitalertragsteuer, keine persönliche Einkommensteuer und keine laufende Grundsteuer. Die einmalige DLD Transfer Fee beträgt 4 Prozent des Kaufpreises. Für DACH-Investoren mit Steuerwohnsitz in Deutschland, Österreich oder der Schweiz können jedoch heimische Steuerpflichten auf Mieteinnahmen bestehen - in Deutschland unter anderem über den Progressionsvorbehalt.
Wie schützt das Escrow-Konto beim Off-Plan-Kauf? — Dubai Law No. 8 of 2007 schreibt zwingend vor, dass alle Anzahlungen auf ein separates, DLD-genehmigtes Treuhandkonto eingezahlt werden. Gelder werden nur nach verifizierten Baufortschritten freigegeben. Dieser Schutz gilt unabhängig davon, ob ein Makler involviert ist.
Qualifiziert ein Direktkauf beim Entwickler für den 10-Jahres-Golden-Visa? — Ja. Die Makler-Frage ist für die Visa-Qualifikation irrelevant. Entscheidend ist eine Mindestinvestition von AED 2 Millionen in einer designierten Freehold-Zone. Sowohl fertige Objekte als auch Off-Plan-Einheiten qualifizieren sich.
Wie verifiziere ich einen Entwickler ohne Makler selbst? — Über die kostenlose Dubai REST App (iOS/Android) lassen sich Entwickler, Projekte und Titeldokumente im DLD-Register prüfen. Ein detaillierter Property Report inklusive Hypotheken und Beschlagnahmungen kostet AED 50 zuzüglich Gebühren. Zusätzlich sollte das Escrow-Konto des Projekts verifiziert werden - Entwickler sind per Gesetz verpflichtet, ein DLD-registriertes Treuhandkonto nachzuweisen.
Was kostet ein Makler im Sekundärmarkt, und kann ich das verhandeln? — Typischerweise 2 Prozent des Kaufpreises, zahlbar vom Käufer. Dieser Betrag entfällt beim Off-Plan-Direktkauf, da im Off-Plan-Segment der Entwickler den Makler aus eigenen Mitteln vergütet (2 bis 5 Prozent des Kaufpreises). Im Sekundärmarkt ist die Courtage grundsätzlich verhandelbar, hat aber keine gesetzlich fixierte Obergrenze.
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Quellen dieser Analyse
- Dubai Land Department – Offizielle Pressemitteilung Transaktionsrekord 2024
- Dubai Law No. 7 of 2006 – Real Property Registration (Volltext)
- Dubai Law No. 8 of 2007 – Escrow Accounts for Real Estate Development (Volltext)
- Knight Frank – Dubai Residential Market Review Q3 2025
- Engel & Völkers – Average Price Per Square Foot in Dubai (2026)
- Bayut / MyBayut – Guide to RERA Forms in Dubai (Form F/MOU)
- Mortgage Finder UAE – Non-Residents Guide to Buying Property
- Ellington Properties – Property Registration Costs in Dubai 2025
- Sotheby's International Realty AE – Buying Off-Plan Property in Dubai: Process
- EGSH – NOC from Developer in Dubai
- PropertyFinder – Title Deed Verification Dubai
- PropertyFinder – Capital Gain Tax Dubai
Stand: Juni 2026. Dieser Beitrag ersetzt keine individuelle Rechts- oder Steuerberatung. Die steuerliche Behandlung von Dubai-Immobilien in Deutschland, Österreich oder der Schweiz hängt von der persönlichen Konstellation ab (Wohnsitz, Haltedauer, Struktur) und kann sich durch Gesetzesänderungen oder geänderte Verwaltungspraxis verschieben. Der im Beitrag verwendete Fall (Stuttgarter Unternehmer) ist hypothetisch und anonym konstruiert; jede Ähnlichkeit mit realen Personen ist unbeabsichtigt. Fragen zu Form F, zum DLD-Prozess bei maklerfreien Käufen im Sekundärmarkt sowie zur steuerlichen Einordnung von Mieteinnahmen und Veräußerungsgewinnen im Heimatland gehören in die Beratung durch auf deutsch-emiratische Konstellationen spezialisierte Steuer- und Rechtsberater. Die im Beitrag genannten Mietrenditen sind Bruttowerte aus interessenkonfliktbehafteten Maklerquellen (Primadom, Tier-3) und keine Nettorenditen nach Kosten und Steuern; für Investitionsentscheidungen empfiehlt sich die Verifikation über unabhängige Datenquellen wie REIDIN oder JLL. Service-Charge-Angaben für den Burj Khalifa entstammen ebenfalls einem Makler-Fachblog ohne DLD-Primärquelle und sollten individuell verifiziert werden. Die UAE-Körperschaftsteuer von 9 Prozent bezieht sich auf den steuerlichen Gewinn (nicht Umsatz) über AED 375.000 pro Geschäftsjahr und Entität; Sätze, Freigrenzen und Verwaltungspraxis können sich ändern.
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